{"id":488,"date":"2010-09-20T20:24:58","date_gmt":"2010-09-20T18:24:58","guid":{"rendered":"http:\/\/2-radler.ch\/?p=488"},"modified":"2010-12-31T17:23:43","modified_gmt":"2010-12-31T16:23:43","slug":"alpx-2010-bern-nizza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2-radler.ch\/?p=488","title":{"rendered":"AlpX 2010 Bern \u2013 Nizza"},"content":{"rendered":"<p>Man h\u00e4tte auch den Flieger nehmen k\u00f6nnen, um in weniger als einer Stunde in Nizza anzukommen und sich 2 Wochen lang\u00a0den Bauch br\u00e4unen zu lassen. Aber so h\u00e4tte man die wundersch\u00f6nen Landschaften, die netten Leute und das gute Essen verpasst. Man h\u00e4tte nicht sehen k\u00f6nnen, wie sich die Vegetation mit jedem Kilometer nach S\u00fcden ver\u00e4ndert und h\u00e4tte sicher nicht so viel abenteuerliches erlebt. Daf\u00fcr w\u00e4re der Bauch wohl weniger weiss und sicherlich w\u00e4re es weniger anstrengend gewesen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Tag 1: Bern &#8211; Grubenbergh\u00fctte SAC (Gurnigel, Salxmatt, Euschelspass)<\/strong><\/p>\n<p>Schon cool, eine solche Biketour von zuhause aus zu starten. Man steht auf, packt den Rucksack, steigt aufs Bike und radelt bis man am Meer ankommt. Das Wetter k\u00f6nnte zwar besser sein, die ganze Nacht hat es geregnet. Immerhin werde ich zu Beginn nur von unten nass, aber dies \u00e4ndert sich leider kurz nach dem Gurnigel. Ein Grossteil dieser Etappe wird auf verkehrsarmen Teerstrassen gefahren, aber es sind auch einige flowige Trails dabei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=lqdagcshzxislgno\" target=\"_blank\">Route<\/a> (83km\/7.00h\/2755hm)<\/p>\n<p><strong>Tag 2: Grubenbergh\u00fctte SAC &#8211; Champex Lac (Col du Sanetsch)<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem gem\u00fctlichen H\u00fcttenabend, zeigt sich das Wetter am n\u00e4chsten Morgen wieder von der besten Seite. Der Downhill von &#8222;Hinderi Schneit&#8220; bis Guggli macht so m\u00e4ssig Spass. Der Weg ist zeitweise so stark zugewachsen, dass man ihn kaum noch als solchen erkennen kann, daf\u00fcr ist die Aussicht umso besser. Als ich in Saanen ankomme ist auch der Nebel weg, welcher von oben den Blick ins Tal verdeckt hatte.<\/p>\n<p>Auf den Sanetschpass w\u00fcrde es von S\u00fcden her eine konfortable Teerstrasse zum Hochfahren geben, aber ich komme nunmal von Norden her und muss deshalb das Bike 600hm (auf einem Singletrail, welcher perfekt zum runterfahren w\u00e4re) hochschieben. Immerhin kann bis zum P1478 hochgestrampelt werden. Runter wird nat\u00fcrlich nicht die Teerstrasse genommen, w\u00e4re ja schade auf diese Weise H\u00f6henmeter zu vernichten auf dem MTB. Zuerst gehts auf einem Zickzack weg runter nach Tsarein, dann einem f\u00fcr&#8217;s Wallis typischen Bew\u00e4sserungskanal nach und zuletzt durch Rebberge bis das Rhonetal erreicht ist.<\/p>\n<p>Dank dem starken Gegenwind ist auch die topfebenen Strecke bis Martigny kein Zuckerschlecken und zum Abschluss werden nochmals 1000hm hinauf nach Champex unter die R\u00e4der genommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=wzhdhpwgnyzdkryd\" target=\"_blank\">Route<\/a> (103km\/8.30h\/2455hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx02]<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Tag 3: Champex Lac &#8211; Rif. Elena (Grand Col Ferret)<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem Tag mit Traumwetter regnet es heute Morgen wieder und zwar aus vollen K\u00fcbeln. Nach einer Rutschigen Abfahrt nach Issert, bin ich froh, bis la Fouly auf einer Teerstrasse hochkurbeln zu k\u00f6nnen. Etwas sp\u00e4ter gibt der Regen nach und es zeigt sich sogar die Sonne. Kurz vor den Grand Col Ferret ist dann wieder fertig mit Sonnenschein, es beginnt zu schneien und die Temperatur ist bei 0\u00b0C. Der Downhill \u00fcber den Schlammigen zeitweise mit Schnee bedeckten Singletrails macht m\u00e4ssig Spass und so beende ich den Tag fr\u00fchzeitig beim Rifugio Elena.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=bejgruoaykhkgmrh\" target=\"_blank\">Route<\/a> (29km\/3.52h\/1472hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx03]<\/p>\n<p><strong>Tag 4: Rif. Elena &#8211; Les Boisses (Col de la Seigne)<\/strong><\/p>\n<p>Von nun an ist mir Petrus gut gesinnt. Es ist zwar am Morgen eiskalt als ich losfahre, aber schon bald wird es w\u00e4rmer und ich kann den Mont Blanc bei strahlend blauem Himmel bewundern.\u00a0 Die Phantastische Aussicht auf die H\u00f6chsten Berge Westeuropas entsch\u00e4digen mehr als genug f\u00fcr die Strapazen der letzten Tage und die Abfahrt vom Col de la Seigne zaubert mir dann endg\u00fcltig das ewige L\u00e4cheln ins Gesicht&#8230;<\/p>\n<p>Ab Ste Foy Tarentaise muss das erste Mal eine l\u00e4ngere Strecke auf der Hauptstrasse zur\u00fcckgelegt werden. Nachdem ich bis jetzt ausschliesslich auf Strassen unterwegs war, welche kaum Verkehr hatten, nerven die vorbeidonnernden Lastwagen, Autos und T\u00f6ffs schon ein bisschen. Aber ich Jammere auf hohem Niveau&#8230; Bei les Br\u00e9vi\u00e8res verlasse ich die col de l&#8217;Iseran Strasse und \u00fcbernachte im g\u00fcnstigen Hotel la Dome in Les Boisses.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=dipwkxrjseretkzo\" target=\"_blank\">Route<\/a> (82km\/6.40h\/2331hm)<\/p>\n<p>[inspic=439,fullscreen,thumb]<\/p>\n<p><strong>Tag 5: Les Boisses &#8211; Ref. Du Petit Mont Cenis (Col de la Leisse, Col de Sollieres)<\/strong><\/p>\n<p>Weiter geht&#8217;s Richtung col de la Leisse, vorbei an Tignes einer Retorten Skidestination. Der Singletrial zum Pass hoch ist gr\u00f6sstenteils fahrbar. Kurz vor dem H\u00f6chsten Punkt kommt ein Bike-Verbotsschild. Ich schaue zur\u00fcck nach Tignes, wo ein ganzes Tal f\u00fcr den Skisport verschandelt wurde und kann nicht verstehen, was das Problem sein sollte, wenn ein VTTler \u00fcber einen Wanderweg f\u00e4hrt&#8230; Umzukehren und \u00fcber den col de l&#8217;Iseran zur radlen kann es auch nicht sein, also fahre ich halt mit einem etwas unguten Gef\u00fchl weiter. Jedenfalls scheint es niemanden zu st\u00f6ren, weder die Einheimischen, noch die Touris. Die ganze Strecke bis Lanslebourg ist jedenfalls von der Landschaft und den Trails her wieder erste Klasse! Der Aufstieg zum Col de Sollieres ist sehr angenehm und der Downhill runter zum Refuge einfach nur geil.<\/p>\n<p>Route (65km\/7.30h\/2572hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx05]<\/p>\n<p><strong>Tag 6: Ref. Du Petit Mont Cenis &#8211; Oulx (Col du Petit Mont Cenis, Col Clapier, Colle dell&#8216; Assietta<\/strong><strong>)<\/strong><\/p>\n<p>Das Essen im Refuge war wieder einmal Weltklasse und so habe ich beim Abend- und Morgenessen Berge verschlungen. Frisch gest\u00e4rkt nehme ich die n\u00e4chsten P\u00e4sse in Angriff. Der Col du Petit Mont Cenis ist schnell erreicht, f\u00fcr den Col Clapier ist schon etwas mehr Anstrengung notwendig, doch dank dem Powerfr\u00fchst\u00fcck schaffe ich fast die ganze Singletrail Strecke ohne zu schieben. Runter nach Susa geht&#8217;s \u00fcber einen alten Milit\u00e4r Saumpfad, welcher technisch nicht ganz ohne ist.<\/p>\n<p>In Madonna della losa bietet mir eine Nonna einen Espresso an. Etwas sp\u00e4ter sitze ich am Gartentisch, schl\u00fcrfe Kaffee und beobachte das Dorfleben. Das Angebot extra Pasta f\u00fcr mich zu kochen, lehne ich aber in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit dankbar ab. Zum G\u00fcck hat dieses Italien hier \u00fcberhaupt nichts mit Venedig, oder Florenz zu tun&#8230;<\/p>\n<p>Die Aussicht der Assietta Kammstrasse soll besonders eindr\u00fccklich sein, nur kommt im Verlaufe des Nachmittages Nebel auf\u00a0 und die Aussicht ist dahin. Daf\u00fcr wird die Stimmung mystisch, besonders als die Bunkerruinen aus dem ersten Weltkrieg auftauchen.<\/p>\n<p>Seit Susa fahre ich nach einer alten russischen Milit\u00e4rkarte, da die Qualit\u00e4t der Italienischen nicht \u00fcber alle Zweifel erhaben sind. Schon erstaunlich mit welcher Pr\u00e4zision die Russen in der Zeit des kalten Krieges die ganze Welt kartographiert haben, als es noch gar kein GPS gab. Auf meinem GPS ist die Abweichung jedenfalls, wenn \u00fcberhaupt, nur gering. Es kann aber schon fatal sein, sich hundertprozentig auf diese Karten zu verlassen, welche teilweise \u00fcber 30 Jahre alt sind. Unterdessen sind einige Wege\u00a0 zugewachsen, welche fr\u00fcher noch oft begangen wurden.<\/p>\n<p>Weil ich morgen den Mt. Chaberton befahren will, verlasse ich die Kammstrasse fr\u00fchzeitig und gleite, wie k\u00f6nnte es anders sein, \u00fcber flowige Singletrails nach Oulx runter. Schon wieder eine superh\u00e4ssliche Retorten Skidestination.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=qowkjyarujkkjndh\" target=\"_blank\">Route<\/a> (75km\/7.00h\/2540hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx06]<\/p>\n<p><strong>Tag 7: Oulx &#8211; Claviere (Mt Chaberton)<\/strong><\/p>\n<p>Bis zum Fuss vom Mt. Chaberton m\u00fcssen wiedereinmal ein paar Kilometer auf der Hauptstrasse zur\u00fcckgelegt werden. Ab Fenils geht&#8217;s nur noch aufw\u00e4rts und in Pra Claud werden nochmals die Bidons aufgef\u00fcllt, danach gibt es keine M\u00f6glichkeit mehr. Ein Grossteil des Uphills kann mit bester Technik und Kondition (Wie <a href=\"www.lukasstoeckli.ch\" target=\"_blank\">Lukas St\u00f6ckli<\/a> zu sagen pflegt) gefahren werden. Ein paar hundert Hm sind aber so Steil und vor allem die Unterlage so Kugellagerm\u00e4ssig, dass wohl auch der Fitteste Biker absteigen m\u00fcsste. Die Aussicht von zuoberst ist Weltklasse und auch der Downhill macht Freude. In Claviere g\u00f6nne ich mir etwas fr\u00fcher als sonst ein k\u00fchles Bier.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=zosvudbvmrinkacb\" target=\"_blank\">Route<\/a> (31km\/4.15h\/1885hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx07]<\/p>\n<p><strong>Tag 8: Claviere &#8211; Rif. Jervis (Bne. Front 33, Col d&#8217;Izoard, Col d&#8217;Urine)<\/strong><\/p>\n<p>In le Bourget verpenne ich dummerweise den Abzweiger zum Col de Peas und fahre runter bis Cervi\u00e9res. Die 300Hm wieder hochzufahren habe ich keine Lust und nehme deshalb den Col d&#8217;Izoard, welcher eigentlich als Schlechtwettervariante vorgesehen war. Sobald die Passh\u00f6he erreicht ist wird die Hauptstrasse sowieso wieder verlassen und auf einem Singletrail runter gebolzt. Als der Wanderweg wieder auf die Strasse m\u00fcndet, suche ich mir auf der Karte einen Wanderweg weiter \u00f6stlich aus, welcher auch in Ch\u00e2teau-Ville-Vieille endet. Der Plan geht auf, der Trail macht richtig Freude.<\/p>\n<p>Da ich geh\u00f6rt habe dass das Essen im Rif. Jervis erstklassig sein soll und mir die verbleibenden Tage locker reichen, um ans Meer zu kommen baue ich eine kleine Zusatzschlaufe ein und radle nach Valpreveyre, ab dort muss bis zum Col d&#8217;Urine gr\u00f6sstenteils geschoben werden. Runter zum Rif. Jervis wurde der Weg an einigen Stellen vom Fluss etwas in Mitleidenschaft gezogen, aber kann gr\u00f6sstenteils gefahren werden. Vom Rifugio werde ich nicht entt\u00e4uscht, der siebeng\u00e4nger schmeckt ausgezeichnet. Ein 30iger Schlag nur f\u00fcr mich alleine w\u00e4re auch nicht n\u00f6tig gewesen. Ich geniesse es, am Tisch einer Wandergruppe aus Deutschland, welche auf der Tour de Mont Viso unterwegs ist, mich wiedermal problemlos verst\u00e4ndigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=yvzhgbrenfmxkaeb\" target=\"_blank\">Route<\/a> (77km\/7.20h\/2560hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx08]<\/p>\n<p><strong>Tag 9: Rif. Jervis &#8211; Sampeyere (Col Lacroix, Col de Valante)<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden P\u00e4sse, welche heute auf dem Programm stehen, wurden von <a href=\"http:\/\/www.alpenzorro.de\" target=\"_blank\">Stunzi<\/a> als Holytrails beschrieben. Ich bin ja mal gespannt! Sie sind gut, aber nicht holyer, als die Trails bis jetzt, denn die waren schon perfekt. Ein Grossteil der Aufstiege muss geschoben werden, aber f\u00fcr solche Downhills nimmt man dies gerne in Kauf. Die Landschaft um den Mont Viso ist wundersch\u00f6n und der Steinbock, den ich auf dem Col de Valante beobachten kann, ist noch die Kr\u00f6nung. <cite><br \/>\n<\/cite><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=nitotahcairkbcuv\" target=\"_blank\">Route<\/a> (48km\/5.40h\/1931hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx09]<\/p>\n<p><strong>Tag 10: Sampeyre &#8211; Venetti (Colle di Sampeyre, Colle Bicocca, P.ta d. Gardetta<\/strong><strong>)<\/strong><\/p>\n<p>Hoch zum Colle di Sampeyre gehts \u00fcber ein angenehmes Teerstr\u00e4sschen und bis zum Colle Bicocca \u00fcber ein Wirtschaftsweg. Ab dort \u00fcber einen Singletrail, welcher es ziemlich in sich hat. Die Aussicht ist aber sehr beeindruckend.<\/p>\n<p>In Venetti angekommen staune ich nicht schlecht, das Posto Tappa Venetti ist perfekt eingerichtet f\u00fcr Biker. Bis jetzt habe ich nur h\u00f6chst selten ein VTT&#8217;ler angetroffen, hier sind die meisten G\u00e4ste mit dem MTB unterwegs. Ich geniesse es, wieder einmal mit gleichgesinnten fachsimpeln zu k\u00f6nnen. Der Abend mit einer M\u00fcnchner Bikergruppe, welche auch auf auf einem Alpencross unterwegs sind, wird sehr am\u00fcsant.<\/p>\n<p>Die Regionen Elva und M\u00e0ira waren in den letzten Jahrzehnten stark von der Landflucht betroffen, diese konnte aber, so zumindest mein Eindruck, durch sanften Tourismus (MTB, Wandern und Skitouren) etwas gestoppt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=higasahqawreybuq\" target=\"_blank\">Route<\/a> (53km\/5.40h\/2017hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx10]<\/p>\n<p><strong>Tag 11: Ruhetag<\/strong><\/p>\n<p>Das Wetter verspricht heute nichts Gutes und so beschliesse ich den schon lange \u00fcberf\u00e4lligen Ruhetag heute einzulegen.<\/p>\n<p><strong>Tag 12: Venetti &#8211; Isola 2000 (Colle d&#8217;Esischie, Colle dei Morti, Colle Valcavera, Colle della Bandia, Passo Gardetta, P.so di Rocca Brancia<\/strong><strong>, Colle della Lombarda<\/strong><strong>)<\/strong><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen h\u00f6re ich noch das prasseln vom starken Regen, nach dem Fr\u00fchst\u00fcck l\u00e4sst er aber nach und etwas sp\u00e4ter zeigt sich sogar die Sonne. Heute ist wieder eine Eindrucksvolle alte Milit\u00e4rstrasse auf dem Programm, diese soll ein Highlight der Gegend sein. Das sehe ich auch so, aber auch der Downhill ins Sturatal ist nicht von schlechten Eltern. Die Etappe heute ist die l\u00e4ngste und so geht der Aufstieg zum Colle della Lombarda anfangs noch lockerflockig. Gegen Ende muss ich dann schon ein bisschen beissen. Es ist auch schon ziemlich sp\u00e4t als ich den Pass erreiche, aber es geht ja nur noch runter nach Isola 2000. Leider gibt es keine Singletrail Variante und so nehme ich halt die Strasse.<\/p>\n<p>Isola2000 ist etwa der h\u00e4sslichste Ort, welcher ich je in den Bergen gesehen habe. Scheinbar hat gerade die Zwischensaison angefangen und nicht eines der zahlreichen Hotels hier hat ge\u00f6ffnet. Gl\u00fccklicherweise treffe ich auf ein paar Leute welche Boule spielen und mir ein Appartement f\u00fcr nur eine Nacht vermieten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=dlbnyvcirfrvwjiu\" target=\"_blank\">Route<\/a> (90km\/8.10h\/3377hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx12]<\/p>\n<p><strong>Tag 13: Isola 2000 &#8211; Belv\u00e9d\u00e8re (Bassa del Druos)<\/strong><\/p>\n<p>Die Ligurische Grenzkammstrasse w\u00e4re ein weiteres Highlight auf meiner Tour gewesen. Leider sind aber Gewitter f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage gemeldet und da die Strasse sehr ausgesetzt ist und nur wenige Fluchtm\u00f6glichkeiten bestehen, nehme ich die Alternativroute, welche ich mir zusammengebastelt habe. Diese geht wieder durch einen Nationalpark, was ich nat\u00fcrlich mit meiner Russenkarte nicht gesehen habe. Kaum auf dem Pass angekommen, taucht wieder einmal ein Bikeverbot auf&#8230; Ein Tal wird mit \u00fcbelsten \u00dcberbauungen und Skiinfrastruktur r\u00fccksichtslos verschandelt und ich, der Turi mit dem vermutlich kleinsten \u00d6kologischen Fussabdruck darf im Nebental nicht einmal auf einem Wirtschaftsweg Fahrrad fahren. Wie ich aber sp\u00e4ter in einer Brosch\u00fcre nachlese, ist auf diesem Weg das Fahrradfahren erlaubt (ohne Garantie).<\/p>\n<p>Bereits am fr\u00fchen Nachmittag braut sich genau \u00fcber demjenigen Pass, welcher ich heute noch \u00fcberqueren m\u00f6chte ein Gewitter zusammen. So gehe ich in Belv\u00e9d\u00e8re ein bisschen auf Trailsuche und werde auch f\u00fcndig. Kurz nachdem ich wieder im Dorf zur\u00fcck bin f\u00e4ngt es heftig an zu Gewittern. Oben auf dem Pass w\u00e4re es sicher ungem\u00fctlich&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=zjfkddfuctkiyeai\" target=\"_blank\">Route<\/a> (54km\/4.05h\/1238hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx13]<\/p>\n<p><strong>Tag 14: Belv\u00e9d\u00e8re &#8211; Nice (Grange du Colonel, Mille Fourches, Col de Turini, Col du Savel, Col de Chateauneuf, Mont Macaron<\/strong><strong>)<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ist der Himmel wieder blau und wolkenlos, aber bis die Sonne kommt, eiskalt. Hoch zum Pass geht&#8217;s zuerst \u00fcber eine Teerstrasse, sp\u00e4ter \u00fcber einen Kiesweg und am Ende \u00fcber einen Singletrail bis Grange du Colonel, welcher gr\u00f6sstenteils fahrbar ist. Dann geht&#8217;s r\u00fcber zu Mille Fourches, wo ich das erste Mal, auf einer H\u00f6he von 2000m aus, das Meer erblicke. Nun geht&#8217;s gr\u00f6sstenteils auf\u00a0 Teer Richtung Nizza und zum Schluss noch \u00fcber ein paar Singletrails welche es in sich haben &#8211; Das Meer will verdient sein. Zuletzt muss Nizza noch durchquert werden und schon komme ich an der Strandpromenade an. Die Hektik der Stadt bin ich mir nicht mehr gew\u00f6hnt, nach 2 Wochen Ruhe in den Bergen. Am Abend besichtige ich den Yachthafen und verstehe die Welt nicht mehr. F\u00fcr gewisse Leute scheint, einen m\u00f6glichst klotzigen Riesenkahn zu besitzen, Freiheit und das erstrebenswerteste auf der Welt zu sein. Ich kann nur den Kopf sch\u00fctteln wenn ich sehe, wie sich einige davon auf den Decks pr\u00e4sentieren, als m\u00f6chten sie sagen, wir sind etwas besseres, als das Fussfolk da unten. F\u00fcr nichts auf der Welt m\u00f6chte ich mit denen tauschen, dort oben w\u00fcrde ich mich zu Tode langweilen&#8230; F\u00fcr mich ist Freiheit genau das was ich die letzten 2 Wochen erlebt habe: Aus eigener Kraft unterwegs zu sein, nur mit einem Minimum an Gep\u00e4ck, sich in dieser wundersch\u00f6nen Bergwelt zu bewegen und vielleicht sogar ein bisschen Teil davon zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=bblbtokzlgpcjqob\" target=\"_blank\">Route<\/a> (86km\/6.30\/2173hm)<\/p>\n<p>[mygal=2010alpx14]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man h\u00e4tte auch den Flieger nehmen k\u00f6nnen, um in weniger als einer Stunde in Nizza anzukommen und sich 2 Wochen lang\u00a0den Bauch br\u00e4unen zu lassen. Aber so h\u00e4tte man die wundersch\u00f6nen Landschaften, die netten Leute und das gute Essen verpasst. 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